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Tipps & Tricks

Fehlervermeidung

Obwohl bei der Erstellung von MB das Programm den Großteil der Daten selbst aus der Akten-/Adressverwaltung und dem Forderungskonto/Stammdaten einliest, kann es zu Fehlern kommen, wenn dort die Eingaben nicht korrekt, bzw. nicht den Erfordernissen des Einzelfalles entsprechend, erfolgt sind.

Nachfolgend listen wir daher einige mögliche Fehler und deren Behebung auf.

Eintragung einer GmbH & Co.KG

Fehler:Die GmbH & Co. KG als Antragsteller / Antragsgegner wird nicht entsprechend der Ausfüllanleitung eingetragen.
Richtig:Die Komplementär-GmbH ist in Spalte 1 einzutragen, und die Angabe des Geschäftsführers bezieht sich auf diese GmbH.

Beispiel:

  • Zeile 4 Antragsteller: Hugo Meiner Verwaltungs-GmbH

  • Zeile 8 nur Firma 4

  • Zeile 9 Hugo Meiner Baumaschinen GmbH & Co. KG

  • Zeile 12 Vertreter 1

  • Zeile 13 Geschäftsführer

  • Zeile 14 Harald Meiner

Hinweis:

Soll die GmbH & Co. KG zugleich mit der Komplementär-GmbH in Anspruch genommen werden, ist die GmbH als weiterer Antragsteller auf einer Anlage gesondert aufzuführen.

Rechtsform

In den Zeilen 8 bzw. 23 sind nur für Einzelfirma Schlüssel 3 und für GmbH & Co. KG Schlüssel 4 zu verwenden. Bei allen übrigen juristischen Personen (wie GmbH, AG u. a.) ist die Rechtsform anzugeben.

Mehrere juristische Personen als Antragsteller / Antragsgegner

Sollen mehrere juristische Personen als Antragsteller, bzw. Antragsgegner, auftreten, reicht der im MB vorgegebene Raum dafür nicht aus. Die 2. juristische Person ist daher auf einem weiteren MB einzutragen und als Anlage dem ersten MB beizufügen.

Einzelfirma

Fehler:Beim Antragsteller / Antragsgegner wird der Inhaber der Einzelfirma als gesetzlicher Vertreter in Zeile 12ff. bzw. 27ff. eingetragen.
Richtig:Beim Inhaber der Einzelfirma handelt es sich nicht um einen gesetzlichen Vertreter, sondern um den Kaufmann,der im Rechtsverkehr unter dem Namen der Firma auftritt.

Eintragung der Kennziffer

Fehler:Zusätzlich zu der Angabe der Kennziffer in Zeile 9 wird in Zeile 8 noch das Anredemerkmal eingetragen.
Richtig:Es genügt die Angabe der Kennziffer, da in ihr das Anredemerkmal mit verschlüsselt ist.Wenn unter der Antragsteller-Kennziffer (014...) bereits die Kennziffer des Prozessbevollmächtigten (015...) verschlüsselt ist, darf die Kennziffer des Prozessbevollmächtigten nicht mehr in Zeile 47 eingetragen werden.

Spaltenangabe beim gesetzlichen Vertreter

Fehler:Bei der Eintragung des gesetzlichen Vertreters des Antragstellers / Antragsgegners wurde in Zeile 12, bzw. 27, anstelle der Nr. der Spalte fälschlicherweise die Nummer der Zeile eingetragen.
Richtig:Als Spaltenangabe ist einzutragen:3 -> wenn eine Partei in Spalte 3 angegeben ist,1 oder 2 -> wenn sich der gesetzliche Vertreter auf natürliche Personen in Spalte 1, bzw. 2, bezieht,1 -> gilt bei einer GmbH & Co. KG

Eintragung eines Rechtsanwaltes in eigener Sache

Macht der Rechtsanwalt einen eigenen Gebührenanspruch (Katalog-Nr. 24) geltend, sind in diesem Fall nur die Zeilen 46-49 als Prozessbevollmächtigter auszufüllen. Einer Eintragung in den Zeilen 3-7 als Antragsteller bedarf es nicht.

Eintragung des Fälligkeits- bzw. Entstehungsdatums

Fehler:Bei der Eintragung des Anspruchs wird in den Zeilen 32-34 das Fälligkeitsdatum nicht in der dafür vorgesehenen Spalte mit der ÜberschriftDatum, bzw. Zeit vom, eingetragen.
Richtig:Die Eintragung in der SpalteRechnung / Aufstellung / usw. bzw. Nr. der Rechnung / des Kontos und dgl. führt zu einer Beanstandung wegen des fehlenden Fälligkeitsdatums. Das Datum ist in den richtigen Zeitabschnitt einzutragen. Das Fälligkeitsdatum beim sonstigen Anspruch (Zeilen 36/37) ist unbedingt anzugeben, da sonst ein Nicht-EDV-Fall entsteht.

Zwangsvollstreckung in eigener Sache

Sie bearbeiten den Fall Mandant X gegen Schuldner Y und wollen, z.B. wegen nicht eintreibbarer Auslagen beim Schuldner, die Vollstreckung gegen den Mandanten in eigener Sache vornehmen.

In diesem Fall legen Sie zu dem bestehenden Forderungskonto ein Unterkonto an, in das Sie bezüglich des Gläubigers Ihre Adresse 1 angeben und bei Schuldner die Adressennummer des Mandanten.

Das Programm erkennt aufgrund der Einstellungen, dass hier Gläubigeradresse und Adresse des Bevollmächtigten (i.d.R. Ihre, also die 1) identisch sind und wertet dies als Vollstreckung in eigener Sache. Bezüglich dieses Unterkontos werden dann auch automatisch die Gebühren und Kosten entsprechend verbucht.

Forderungskonto buchen

Buchen einer Hauptforderung mit mehreren unterschiedlichen Zinssätzen aus Teilbeträgen davon.

Beispiel:

Sie haben eine Hauptforderung über 2000,- € nebst 4 % Zinsen aus einem Teilbetrag von 1000,- € seit dem 01.10.2000 nebst weiteren 4 % Zinsen aus einem Teilbetrag von 700,- € seit dem 01.11.2000 und nebst weiteren 8 % Zinsen aus einem Teilbetrag von 300,-€ seit dem 01.02.2001.

In diesem Fall müssen Sie die Hauptforderung von 2000,-€ aufsplitten und die drei Teilbeträge als jeweilige Hauptforderung mit dem jeweiligen Zinssatz verbuchen. Dabei fangen Sie mit dem Betrag an, dessen Zinssatz vom Datum her am weitesten zurückliegt.

Sie buchen also wie folgt:

  1. Hauptforderung 1000,00 € mit festem Zinssatz 4 %, Datum 01.10.2000.
  2. Hauptforderung 700,00 € mit festem Zinssatz 4 %, Datum 01.11.2000.
  3. Hauptforderung 300,00 € mit festem Zinssatz 8 %, Datum 01.02.2001.

Beim Buchungstext können Sie zur Übersichtlichkeit jeweils 1.Teilforderung, 2. Teilforderung,... hinschreiben und den Text mit Mausklick auf das „+"-Zeichen der Liste für spätere gleich gelagerte Fälle hinzufügen.

Vergleich mit Ratenzahlung, Schuldner bleibt Rate schuldig

Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass der Hauptforderung aus dem Vergleich ursprünglich eine andere Hauptforderung zugrunde lag. Diese zugrunde liegende Hauptforderung war aus verschiedenen Gründen nicht durchzusetzen, sodass sich die Beteiligten z.B. auf einen reduzierten oder Betrag aus verschiedenen Forderungen gerichtlich oder außergerichtlich geeinigt haben.

Beispiel:

Sie haben z.B. im Mai zwischen Gläubiger und Schuldner einen Vergleich über die Zahlung von 5000,- € zzgl. Gebühren und Kosten erreicht. Diese Forderung soll ab Juli, beginnend in drei Raten zu 2000,-, 2000,- und 1000,- €, jeweils zum Monatsersten, abgezahlt werden, wobei vorrangig die Hauptforderung zu tilgen ist. Wird eine Rate nicht gezahlt, wird nach 14-tägigem Verzug sofort die gesamte Restforderung mit variabler Verzinsung von acht Prozent über dem jeweiligen Diskont-/Basiszins fällig.

Die Gebühren werden zum Zeitpunkt des Abschlusses des Vergleichs am 15. Mai in das Forderungskonto gebucht.

Die erste Rate zum 01. Juli wird pünktlich gezahlt, die 2. Rate zum 01. August ist jedoch noch nicht bezahlt.

Beachten Sie, dass Gebührentatbestände sinnvollerweise zeitlich erst nach einer zugrundeliegenden Hauptforderung in das Forderungskonto eingebucht werden können. Die Gebührenberechnung setzt voraus, dass aus dem Forderungskonto ein Gebührenwert ermittelt werden kann.

Wenn Sie jedoch z.B. zum 15. Mai und nachfolgend in ein bestehendes Forderungskonto zunächst die Vergleichsgebühren einbuchen wollen und die erste Rate zum 01. Juli, gibt das Programm folgenden Hinweis aus:

image8.png

Abbildung: Hinweis auf manuelle Berechnung des Gebührenwertes

⚖️ Vergleich buchen

Wie wird’s gemacht?

  1. Buchen Sie die ursprüngliche Hauptforderung (Forderung vor dem Vergleich) unverzinst mit festem Zinssatz ein.
  2. Stornieren Sie die ursprüngliche Hauptforderung mit dem Hinweis auf den geschlossenen Vergleich.

Hinweis:
Die ursprüngliche Hauptforderung als auch das Storno werden nun zwar im Forderungskonto ausgewiesen, dokumentieren jedoch saldenneutral den historischen Hergang der Angelegenheit eindeutig.
Da die Beträge unverzinst gebucht worden sind, bleiben diese in der Zinsberechnung unberücksichtigt.

  1. Buchen Sie die Vergleichsgebühr in das Forderungskonto ein.
    Berücksichtigen Sie, dass der Gebührenwert jetzt nicht automatisch ermittelt werden kann, da die ursprüngliche Hauptforderung in Höhe von 10.000,00 € aufgrund der Stornierung nicht berücksichtigt wird.
    Der Saldo des Forderungskontos beträgt null.

    Abbildung: Einbuchung der Vergleichsgebühr

  2. Geben Sie den Gegenstandswert für die Vergleichsgebühr in Höhe von 5.000,00 € und den Gebührensatz ein, sodass die anfallenden Gebühren automatisch berechnet werden können.

  3. Buchen Sie die erste Rate zum 01. Juli als Hauptforderung in Höhe von 2.000,00 €, unverzinst mit festem Zinssatz ein.

Abbildung: Buchung der ersten Rate als Hauptforderung

Die zweite und dritte Rate buchen Sie ebenfalls als Hauptforderung ein.

  1. Buchen Sie den Zahlungseingang der ersten Rate in Höhe von 2.000,00 € auf die erste Hauptforderung.
    Beachten Sie, dass Sie die Verteilung und die Hauptforderung explizit auswählen müssen.

    Abbildung: Verbuchung der ersten Rate auf die Hauptforderung

    Die zweite Rate ist durch den Schuldner nicht geleistet worden, sodass die verzinsliche Restforderung in voller Höhe zum 15.08.2003 einzubuchen ist.

  2. Jetzt bestehen zwei Möglichkeiten:

    a. Neue Gesamtforderung anlegen:
    Die Hauptforderungen aus der zweiten und dritten Rate werden storniert und als Gesamtforderung in Höhe von 3.000,00 €,
    verzinslich ab dem 15.08.2003 mit acht Prozent über dem jeweiligen Diskont-/Basiszins eingebucht.
    Geben Sie die Hauptforderung in Höhe von 3.000,00 € ein.
    Geben Sie abweichend zur ursprünglichen Rate die Fälligkeit zum 15.08. sowie die variable Verzinsung mit acht Prozent über dem Diskont-/Basiszins ein.

    b. Bestehende Buchung ändern:
    Alternativ können die beiden Hauptforderungen der zweiten und dritten Rate entweder in der Funktion
    Forderungskonto buchen oder Forderungskonto anzeigen / ändern / löschen verändert werden.
    Markieren Sie die jeweilige Hauptforderung und betätigen Sie die rechte Maustaste.
    In dem Kontextmenü ist die Funktion Buchung ändern aufzurufen.
    Geben Sie in der Maske Ändern der Buchung das veränderte Fälligkeitsdatum und den veränderten Zinssatz ein.
    Speichern Sie die Änderungen.

  3. Die vorgenommenen Änderungen werden im Forderungskonto wie folgt ausgewiesen,
    sodass sich die Forderung nunmehr zusammensetzt:

Änderung/Hinzufügen von Autotexten

Wenn Sie von uns mitgelieferte Autotexte ändern oder eigene neue Autotexte hinzufügen wollen, sind einige Dinge zu beachten. (Lesen Sie dazu bitte auch die grundlegenden Ausführungen zu Autotexten im Kapitel über die WORD-Anbindung, insbesondere über die neue SSV).

Am besten speichern Sie sich die neu erstellten und die geänderten Autotexte mit anderem Namen in eine eigens dafür erstellte Dokumentvorlage, die Sie sich dann in das jeweilige Autostartverzeichnis von WORD kopieren.

Wichtig für die ZV ist das richtige „Präfix" der Autotexte, also z.B. „PF-...„ für Pfändungstexte oder „ZVAuftrag..." für Texte beim Zwangsvollstreckungsauftrag.

Druckeranpassung

Für einen korrekten Ausdruck der MB und VB sollte zuerst die Anpassung an den Drucker erfolgen.

Dies geschieht nunmehr in der Druckvorschau des automat. und des herkömml. MB.

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